Stadtdurchstreifungen 2018

Der „Arbeitskreis (AK) zur Resozialisierung von gemeinem Grün“ sucht nach neuen, konkret in München verorteten Perspektiven auf Wildheit, Ordnung, Avantgarde und Chaos und lädt Sie ein, uns auf unseren Stadtdurchstreifungen zu begleiten und so für kurze Zeit selbst Teil unseres Arbeitskreises zu werden.

Die Teilnahme zu allen Stadtdurchstreifungen ist kostenlos
und auf maximal 15 Personen begrenzt 

wir bitten um eine verbindliche Anmeldung
ab dem 03. August 2018 (außer Maurice Maggi) per mail an
ak-gruen@web.de

Rasso Rottenfusser, Susanne Schmitt, Anja Uhlig und Katharina Weishäupl

Schon ab dem 2. August bereiten wir uns auf der Projektwand im
Maximiliansforum auf die Stadtdurchstreifungen vor. Die Wand wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung von deepblue und Mayer Werbetechnik.

TERMINE

3. Juni 2018        MAURICE MAGGI
Essbare Stadt: wenn Stadtnatur auch Nahrung wird

Treffpunkt 10 Uhr vor dem „Kiosk 1917“ U-Bahnstation Thalkirchen

Über 30 Jahre bespielt Maurice Maggi öffentlichen Raum mit heimischen Wildpflanzen durch Ansaaten. Er nennt diese Eingriffe „Blumen Graffiti“ oder „florale Anarchie“. Viele dieser Pflanzen sind heilend und essbar. Mit seinem Kurs möchte er dies erlebbar machen. Erstmal diese Pflanzen entdecken, erkennen und danach sammeln. Mit dem gemeinsamen Kochen und Verspeisen soll das aussergewöhnliche Naturerlebnis eine nachhaltige Erinnerung werden. So bekommt städtisches Grün eine neue Bedeutung und eine Auseinandersetzung damit ist die Folge.

Maurice Maggi (Zürich) ist Landschaftsgärtner, Koch und Gastronom, und für seine künstlerischen wie aktivistischen Arbeiten zu essbaren Städten und Guerilla Gardening bekannt. Zu seinen Büchern zählen „essbare Stadt“ (2014) und „einfache Vielfalt“ (2016).

1. + 2. September 2018        HEATHER BARNETT
Reimagining Munich – the city as superorganism

Meeting Point: Maximiliansforum both days 1-5pm

Using the topography of Munich as an experimental playground artist, Heather Barnett, invites you to view the city of Munich as a superorganism, inspired by the nonhuman perspective of the slime mould, Physarum polycephalum. The slime mould is a bright yellow amoeba that possesses primitive intelligence, problem solving skills and memory. It can learn about its environment, remember where it’s been and navigate through complex territories – all without any sensory organs and not a single neuron to its name.

This 2-day workshop proposes a series of experiments and activities, designed to explore collective behaviour and decision-making at different scales… in slime mould and in humans. Working with the organism as material and model we will look at human systems – urban, social and cultural – exploring how biological beings interact and respond to their environment, how they gather and distribute information, how communities cooperate and how a superorganism city evolves.

Reimagining Munich is a platform for exploring other ways of seeing, knowing and being – individually and collectively.

Heather Barnett’s art practice engages with natural phenomena and complex systems. Working with live organisms, imaging technologies and playful pedagogies, her work explores how we observe, influence and understand the world around us. Recent work centres around nonhuman intelligence, collective behaviour and knowledge systems, including The Physarum Experiments, an ongoing ‘collaboration’ with an intelligent slime mould; Animal Collectives collaborative research with SHOAL Group at Swansea University; and a series of publicly sited collective interdisciplinary bio/social experiments, including Crowd Control and Nodes and Networks.
www.heatherbarnett.co.uk  @HeatherABarnett

22. September 2018         CLAUDIA FISCHER
Geländegänger –
Ein Nachtspaziergang in München mit Geräuschen, Texten, Pausen

Treffpunkt 20 Uhr U-Bahnstation Therese-Giehse-Allee, Neuperlach
(bis ca. 1 oder 2 Uhr)

Weniger sehen, mehr hören. So in etwas das Motto der nächtlichen Wanderung. Einfach geradeaus gehen ist dabei eine von mehreren Möglichkeiten, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben, sich in der eigenen Stadt vom „Gelände“ überraschen zu lassen.
Der Titel ist inspiriert von Esther Kinskys Geländeroman „Hain“. Sinngemäß sagte sie kürzlich in einem Interview, dass es ihr beim Schreiben wesentlich um die Pausen, um die Zwischenräume zwischen dem Wahrnehmen und dem ‚Worte für das Wahrgenommene finden‘ geht. Das hat mich gepackt. Und das gilt für’s Hören ja ganz besonders. Diese unbestimmten Zwischenzonen lassen sich beim Gehen ausweiten, vielleicht sogar aufrecht erhalten. Hören ohne Worte. Gehen als Empfänglich-bleiben.

Begleitend werden wir Texte von großen Gehern und Erkundern dieser
Zwischenzonen lesen und mit ihnen weiter gehen – ganz im Sinne
Spinozas‘ ‚pasearse‘: als Sich- spazieren-führen, als Sich-gehen-lassen.

Claudia Fischer (München) ist Performancekünstlerin und Vermittlerin von kunstvollen Hüllen und Inhalten.
Sie verknüpft Philosophie, Literatur, Musik, bildende Kunst und Mode in Vorträgen, Auftritten und Texten und forscht zum Bezug zwischen Fehl(er) und Ereignis.

29. September 2018        CHRISTIAN JACOBS
Überraschend spielendes Umherschweifen

Treffpunkt 8 Uhr Maximiliansforum

Die Beschäftigung mit der Stadt als Lebensraum wird in einer Zeit, in der es scheint, dass Städte zu den einzigen bzw. einzig geschätzten Lebensräumen für Menschen der Moderne werden, immer bedeutsamer. Wir knüpfen an eine Tradition an, die in München der 60er und 70 er Jahre geübte Praxis war. Was geschieht in der Stadt und mit uns, wenn wir nicht gezielt irgendwo hingehen? Was, wenn wir keinen Spaziergang oder gar eine Wanderung in der Stadt machen? Was geschieht mit uns, wenn wir uns ganz dem Unbewussten, dem Spontanen, der Emotionalität der Stadt und eben von uns selbst überlassen? Was spüren und entdecken wir? Dieser Parcours führt in das Innere der Stadt und der MitgeherInnen

Christian Jacobs geht seit über 20 Jahren thematische Parcours in Städten, Wüsten und Orten und Wegen, die etwas erzählen werden.

30. September 2018        INGRID MARIA TASCH
Das Wilde in uns
Ein Spaziergang zu Plätzen in München zum Thema “Das Wilde in uns”

Treffpunkt 13 Uhr Maximiliansforum

Nicht weit vom Marienplatz gibt es drei Orte die mit Tieren verbunden sind. Sie geben uns Ideen und Inspirationen über ihre Evolution und wir werden Aspekte kennenlernen, wie wir Menschen immer noch mit den Tieren verbunden sind. Durch von den Orten inspirierte Übungen und einer kreativen, spielerischen Herangehensweise kommen wir in die eigene Erfahrung.

Grundthemen sind:

  • Wiederverbindung mit uns selber
  • Resensibilisierung
  • Arten und Schulung der Wahrnehmung
  • Wahrnehmung ist individuell
  • Werkzeuge und Übungen zur Wahrnehmung und Hilfe bei der Interpretation
  • Kultivierung einer offenen und achtsamen Kommunikation

Ingrid Tasch ist ausgebildete Geomantin. Seit 2011 leitet sie Workshops und Reisen zu den Themen Kraftorte, Wahrnehmung der subtilen Realitäten und Erdwandlung im In- und Ausland. Besonderes Anliegen ist ihr die Schulung der Wahrnehmung, dazu ermutigt sie über den Körper zu spüren und die Kreativität einzusetzen.
www.inmata.de

1. Oktober 2018        DANIELA STÖPPEL 
Übungen im Erweiterten Sehen,
Re-Enactments nach den Theorien von Michail Matjuschin

Treffpunkt 10 Uhr Tramstation Bavaria Filmplatz
wenn möglich bitte eine Sitzgelegenheit / Klapphocker o.ä. mitbringen

Michail Matjuschin zählt zu den wichtigsten Theoretikern der russischen Avantgarde. Er gilt unter anderem als Erfinder der Vierteltöne, entwickelte eine eigene Farbtheorie und lehrte am Ginchuk in Petersburg seine Theorie des erweiterten Sehens (Sor-Wed). Zentraler Ausgangspunkt seiner künstlerischen und theoretischen Arbeit ist die Vorstellung, mit Natur und Kosmos verschmelzen zu können. Ausdruck dieser Überlegungen sind unter anderem Wurzelplastiken, mit dem Hinterkopf gesehene Bilder, sowie eine auf Mischfarben basierende Farbenlehre.
In einem 4-5-stündigen Workshop in den Isarauen werden verschiedene Methoden Matjuschins 100 Jahre nach ihrer Entwicklung ausprobiert, um das Naturverständnis der historischen Avantgarden-Bewegungen nachvollziehbar zu machen und dieses kritisch reflektieren zu können.

Dr. Daniela Stöppel lehrt als Kunsthistorikerin an der LMU München und ist als Kuratorin am Kunstraum München aktiv. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte liegt auf der Kunst der historischen Avantgardebewegungen der Zwischenkriegszeit. Mit dem russischen Künstler Michail Matjuschin (1861–1934) hat sie sich bereits in einer Ausstellung und in dem Essay „Über Wurzeln“ auseinandergesetzt.

Die Stadtdurchstreifungen 2018 werden realisiert in Zusammenarbeit mit dem Maximiliansforum München und mit freundlicher Unterstützung von deepblue und www.mayer-werbetechnik.de

Adresse Maximiliansforum
Passage Maximilianstrasse / Altstadtring
Maximilianstraße 38, 80539 München
https://www.maximiliansforum.de

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